Automatisierung

Make vs. Zapier: der Vergleich für KMU

Make und Zapier verbinden Programme ohne Programmierung. Zapier ist der einfachere Einstieg für lineare Abläufe, Make spielt seine Stärken bei verzweigten Prozessen mit vielen Schritten aus. Welches Tool besser passt, hängt von Ihren Abläufen, Ihrem Budget und Ihren Datenschutzanforderungen ab.

Das Grundprinzip

Beide Tools arbeiten nach demselben Muster: Ein Auslöser startet den Ablauf, zum Beispiel eine neue Formularanfrage. Danach folgen Aktionen, etwa „Kontakt im CRM anlegen“, „E-Mail senden“ und „Aufgabe erstellen“. Bei Zapier heißt das „Zap“, bei Make „Szenario“.

Typische Einsätze in kleinen und mittleren Unternehmen: Anfragen ins CRM übertragen, Rechnungen erstellen, Termine synchronisieren, Daten zwischen Shop und Buchhaltung abgleichen oder neue Mitarbeitende anlegen.

Zapier: der Einfache

Zapier ist ideal für klare „Wenn das, dann das“-Abläufe. Die Oberfläche führt Schritt für Schritt durch die Einrichtung, und die Auswahl an fertigen App-Anbindungen ist sehr groß.

  • Stärken: sehr leichter Einstieg, riesige App-Auswahl, gute Vorlagen für Standardfälle.
  • Schwächen: Abrechnung pro ausgeführter Aktion („Task“) wird bei vielen Schritten und hohem Volumen schnell teuer. Verzweigungen und Schleifen sind möglich, aber weniger übersichtlich.

Make: der Mächtige

Make, früher Integromat, zeigt Abläufe als visuelles Diagramm. Daten lassen sich verzweigen, in Schleifen verarbeiten, sammeln und umformen. Für Fehler gibt es eigene Behandlungsrouten, sodass ein Ausfall nicht den ganzen Prozess stoppt.

  • Stärken: komplexe Logik übersichtlich abbildbar, flexible HTTP- und Webhook-Module für Programme ohne fertige Anbindung, bei vielen Schritten meist günstiger.
  • Schwächen: steilere Lernkurve. Wer nur zwei Programme verbinden will, braucht die Komplexität nicht.

Direkter Vergleich

KriteriumZapierMake
EinstiegSehr einfach, geführtVisuell, mehr Einarbeitung
Komplexe LogikMöglich, wird schnell unübersichtlichStärke: Router, Schleifen, Fehlerrouten
App-AnbindungenSehr große AuswahlGroße Auswahl plus flexible HTTP-Module
AbrechnungPro ausgeführter Aktion (Task)Pro Verarbeitungsschritt (Operation bzw. Credit)
Kosten bei vielen SchrittenEher höherEher niedriger
Kostenloser EinstiegJa, mit EinschränkungenJa, mit Einschränkungen
Preismodelle ändern sich regelmäßig. Prüfen Sie vor der Entscheidung die aktuellen Tarife der Anbieter. Stand: Oktober 2026.

Datenschutz

Bei beiden Tools fließen Daten Ihrer Kundschaft durch die Server des Anbieters. Sie brauchen daher einen Auftragsverarbeitungsvertrag und einen Eintrag in Ihrer Datenschutzerklärung bzw. Ihrem Verarbeitungsverzeichnis.

  • Zapier ist ein US-Unternehmen. Die Datenübermittlung stützt sich auf das EU-US Data Privacy Framework und Standardvertragsklauseln.
  • Make stammt ursprünglich aus Tschechien und gehört heute zum Celonis-Konzern. Make bietet die Wahl eines Rechenzentrums in der EU an, was die Datenschutzbewertung oft vereinfacht.

Grundsätzlich gilt: Übertragen Sie nur die Daten, die für den Zweck wirklich nötig sind, und löschen Sie Ausführungsprotokolle regelmäßig.

Und n8n?

n8n ist eine Alternative, die Sie auch selbst auf einem eigenen Server betreiben können. Damit bleiben alle Daten in Ihrer Infrastruktur, was für sensible Daten interessant ist. Dafür übernehmen Sie Betrieb, Updates und Absicherung selbst oder lassen sie betreuen. Werden Abläufe sehr individuell, kann auch eine eigene Web-App die bessere Lösung sein.

Fazit und Empfehlung

  • Zapier, wenn Sie wenige, einfache Abläufe selbst einrichten wollen und Bedienkomfort wichtiger ist als der Preis pro Ausführung.
  • Make, wenn Abläufe verzweigt sind, viele Schritte haben oder große Datenmengen verarbeiten, und wenn ein EU-Rechenzentrum gewünscht ist.
  • n8n oder eigene Entwicklung, wenn Daten Ihr Haus nicht verlassen sollen oder die Logik sehr individuell ist.

Bei ABAY MEDIA setzen wir für komplexe Geschäftslogik überwiegend auf Make, nutzen aber Zapier, wenn eine Kundin oder ein Kunde bereits damit arbeitet.

Automatisierung schafft Zeit für das Wesentliche: Kundschaft, Strategie und Kreativität.

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